Wandern in Geschichte. Die Fotografie von Ulrich Wüst — Eine Ausstellung des ifa – Institut für Auslandsbeziehungen e.V.


Das Werk von Ulrich Wüst wurde in den 1980er Jahren insbesondere durch seine zahlreichen Stadtbilder bekannt, die er an verschiedenen Orten der DDR aufgenommen hatte. Sie zeigen Spuren des Zweiten Weltkrieges und ungehinderten Verfall der historischen Bausubstanz. Im Mittelpunkt seines fotografischen Interesses standen jedoch die durch Unachtsamkeit und Ahnungslosigkeit ebenso wie durch Zerstörung und Wildwuchs verursachten Absurditäten städtebaulicher Situationen. So entwickelte der Fotograf seine ganz eigene visuelle Form der Architekturkritik, die bis heute nichts an ihrer Eindringlichkeit verloren hat. Ulrich Wüsts fotografisches Werk, das sich im weitesten Sinne mit dem Thema deutscher Osten befasst, lässt sich auch über die versunkene DDR hinaus als Bild-Archäologie der Gegenwart beschreiben. Die scheinbar lapidaren, höchst präzise komponierten Bilder sind Ergebnis langer visueller Wanderungen in gegenwärtigen Orten der jüngsten Geschichte.
  • Vernissage,